Lerchensporn

Wie gemalt: Mit Astern wunderbare Gartenbilder schaffen

Wir Gartenbesitzer sind undankbar. Wir machen einen Aufstand um jede zimperliche Rose, pflegen und düngen sie, spritzen und schneiden sie und feiern sie, wenn denn endlich mal drei Blüten im Sternrußtau zu sehen sind. Und an der Hausmauer nebenan steht der Gelbweiße Lerchensporn im Schatten, blüht dort von Mai bis Oktober unverdrossen und gesund vor sich hin und keiner nimmt´s zur Kenntnis. Wir sollten uns schämen.

Sie sieht zerbrechlich aus, ist aber recht widerstandsfähig: Cory-dalis ochroleuca, der weiße Lerchensporn. (Bildnachweis: GMH/ Jörg Pfenningschmidt)

Wenn Sie den Gelbweißen Lerchensporn und seine ebenso hübschen Verwandten noch nicht kennen, möchte ich Ihnen diese Pflanzen gerne vorstellen: Corydalis ochroleuca, so lautet der botanische Name, ist eine winterharte Staude aus Südost-Europa. Sie wird bis 40 cm hoch, hat sehr feine blau-grüne Fiederblätter über denen weißen Blütentrauben stehen. Jede dieser kleinen Blüten hat eine gelbe Spitze. Die Pflanze erscheint zart und zerbrechlich, ist aber erstaunlich anpassungsfähig und robust. Haben Sie zum Beispiel eine schattige Hauswand, an der es trocken werden kann und an der sonst nie etwas wächst, würde ich es einmal mit dem Hellgelben Lerchensporn probieren. Den Boden müssten Sie vorher gut auflockern, denn stehende Nässe mag kein Lerchensporn (die Hauswand auch nicht). Ist noch etwas Bauschutt im Boden, macht das nichts. Lerchensporn mag kalkhaltige, steinige Untergründe. Als Starthilfe würde ich etwas Komposterde einarbeiten und dann die Pflanzen einsetzen. Da es dem Lerchensporn an dieser Stelle gefällt, wird er überraschend schnell größer, sät sich aus und verwandelt auf charmante Art eine bis dahin trostlose Wüste in ein duftiges Blütenmeer.

Dieses Wunder schafft auch der Gelbe Lerchensporn (Corydalis lutea) spielend und mit reichlicher  Aussaat. Die Aussaat der Pflanze hat mich nie genervt, sondern immer nur erstaunt und erfreut. Denn sie hat mit dunkelgrünen Laub und sattgelben Blüten die unglaublichsten Stellen belebt: in Treppenfugen, im Pflaster, in Mauerritzen und sogar an trocken-heißen Plätzen an der Hausmauer.

Ich habe sie auch in den Töpfen wiedergefunden, in denen große Funkien wachsen und mich über den wunderbaren Kontrast aus filigranem Lerchensporn und wuchtigen Hosta-Blättern gefreut.

Wer den Gelben Lerchensporn wegen seiner Farbe nicht mag, sondern intensives, strahlendes Blau sehen möchte, der pflanzt Corydalis elata `Blue Summit´ in seinen Garten. Dann wird es allerdings nichts mit der Begrünung trockener Plätze, denn der Blaue Lerchensporn mag es gerne kühl-schattig in Gesellschaft von Farnen, Funkien und edlen Elfenblümchen. Der Boden sollte wie ein typischer Waldboden sein: locker, humos (also Herbstlaub bitte im Beet lassen!), nicht stehend nass, sondern dank Laub und Moos leicht feucht. Dann verbreitet sich dieser Lerchensporn gerne mit dünnen Ausläufern und sorgt im Mai und Juni mit stahlblauen Blütenrispen für absolute Highlights im schattigen Garten. Bitte auch einmal an der Blüte riechen (das sollten Sie eigentlich immer mal an Ihren Stauden. Da gibt es große Überraschungen!): Der Blaue Lerchensporn duftet. Die Meinungen schwanken hierbei zwischen Kokosnuss, Kamelie und Bittermandel.

Geheimnisvoller Duft, endlose Blüte, hübsches Laub bei null Pflegeaufwand für Düngen, Spritzen, Schneiden: Wen sollten wir jetzt feiern? Rosen oder Lerchensporn?